Thomas Gerwert
Realschule, Ausbildung zum Fachangestellten für Arbeitsförderung,
Abendabitur- und dann erst das Studium
Und schließlich Dipl. – Kaufmann LL.M. in Insolvenz-und Sanierungsrecht an der Universität Trier.
Wer so startet, hat früh gelernt, dass Qualifikation etwas ist, das man sich erarbeitet, nicht bekommt. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität Hagen lief parallel zum Berufseinstieg in eine Unternehmensberatung. Theorie und Praxis nicht nacheinander, sondern gleichzeitig — unter echtem Druck, mit echten Konsequenzen
Die Beratung wurde zur Heimat: zunächst mit breitem Fokus, dann zunehmend auf das spezialisiert, was wirklich zählt, wenn es eng wird. Restrukturierung, Sanierung, das Handwerk dahinter. Zertifizierungslehrgänge am IfuS-Institut Heidelberg schärften das methodische Werkzeug — nicht als akademische Übung, sondern weil die Mandate es verlangten. Rollenaufbau, Personalabbau, Sozialplanverhandlungen, Betriebsänderungen unter Zeitdruck: das ist kein Stoff für Lehrbücher, das ist Praxis.
Mit der Zeit kamen die komplexeren Mandate: Carve-outs unter § 613a BGB, grenzüberschreitende Personalabbaumaßnahmen, freiwillige Trennungsprogramme, Standortschließungen mit Sozialplanpflicht. Die Referenzunternehmen reichen von Agfa/ECO3 über Saint-Gobain DACH bis EssexFurukawa und Sulzer — Mittelstand und Konzern, Produktion und Dienstleistung, Deutschland und DACH-Region. Parallel wuchs die M&A-Seite: Due Diligence, Transaktionsbegleitung, Unternehmensbewertung, Verkaufsmandate für inhabergeführte Unternehmen. Die Arbeit mit Avandil im Bereich der vorgelagerten Restrukturierung vor Unternehmensverkäufen zeigt, wie nah HR, Recht und Transaktion beieinanderliegen — wenn man sie zusammendenkt.
Mit 50 hat er dann noch den LL.M. in Insolvenz- und Sanierungsrecht an der Universität Trier draufgelegt. Das ist kein Karriereschachzug gewesen. Wer in diesem Alter nochmals ein Vollzeitstudium auf sich nimmt, hat einen Grund: den Anspruch, das eigene Handwerk wirklich zu verstehen — bis in die juristische Tiefe, die in Krisenmandaten den Unterschied macht. Das Abschlusszeugnis ist das eine. Was dahintersteckt, ist die Haltung.
Was ihn antreibt: Klarheit. Nicht in dem Sinne, dass immer alles einfach wäre — sondern dass man benennen können muss, was ist. In Krisengesprächen mit Gesellschaftern. Im Einigungsstellenverfahren. Beim Insolvenzverwalter. Und auch in dem Moment, in dem man einem Mandanten sagt, dass der eingeschlagene Weg so nicht funktionieren wird.
2025 hat er CAPCOUNT Partners mitgegründet — mit dem Anspruch, genau diese Art von Beratung zu institutionalisieren: direkt, unabhängig, ohne Interesse daran, Projekte künstlich zu verlängern. Er lebt mit seiner Familie in Mönchengladbach, ist in der Region verwurzelt und engagiert sich neben der Berufstätigkeit in der IHK-Vollversammlung Mittlerer Niederrhein. Wer seinen Weg kennt, versteht, warum ihn das nicht wundert.